Kitchari zum „Detoxen“

Was bedeutet Detox?

„Detox bedeutet übersetzt Entgiften. Durch eine gesunde Ernährung Entspannungsübungen und Bädern sollen Schadstoffe und Gifte im Körper gebunden und ausgeschieden werden. Normalerweise reinigt sich der menschliche Körper selbst und scheidet unerwünschte Stoffe über die Ausscheidungsorgane Leber, Nieren, Darm und Haut wieder aus. Detox-Anhänger sind der Meinung, dass heutzutage so viele Gifte und Schadstoffe aufgenommen werden, dass der Körper sie nicht mehr vollständig ausscheiden kann. Als Ursachen werden neben einer ungesunden Ernährung mit Zusatzstoffen, viel Fett und Zucker auch Nikotin, Alkohol, Umweltgifte und Stress vermutet. Regelmäßig durchgeführte Detoxkuren sollen Haut, Lymphsystem sowie Darm und innere Organe von Giftstoffen befreien und reinigen.“
Diese Beschreibung habe ich bei einer Krankenkasse gefunden und fand sie treffend formuliert…und gerade der Ayurveda nutzt die Kraft eines Reinigungsprozesses im Körper um wieder mehr Gesundheit zu erlangen.
Hier besonders durch eine Panchakarma Kur, aber darüber werde ich ein andermal berichten.
Eine Detox – Kur sollte auf das jeweilige Dosha abgestimmt sein, ein Vatatyp kann nicht so gut vollständig Fasten, wohingegen ein Kaphatyp ganz gut eine begrenzte Zeit ohne Essen auskommt. Da man nicht unbedingt die Möglichkeit hat, vor einer Detoxzeit zu einem Ayurvedamediziner zu gehen, bietet sich hier eine Monodiät mit Kitchari an.
Bei Kitchari gilt: Schlemmen erlaubt! Man wird satt und kann durch das verändern der Anteile von Reis und Mungdahl Bohnen selber entscheiden ob man dabei noch abnehmen möchte. Detoxen an sich ist nicht zum Abnehmen gedacht, für manche ist es ein positiver Nebeneffekt. Wer dies nicht möchte, kann den Reisanteil erhöhen und seinem Körper trotzdem die Möglichkeit zum Entschlacken geben.
Doch anders als bei Schlemmergerichten, wie wir sie kennen, tut man mit Kitchari noch etwas Gutes für seine Gesundheit. Tatsächlich kann man den Körper damit sogar entgiften.

Fasten auf „ayurvedisch“

Bei dieser Detox-Kur darf man essen – jedoch nur ein Gericht und zwar Kitchari. Die Entgiftung ähnelt also einer Monodiät, ist durch die verschiedenen Zutaten jedoch weniger einseitig und versorgt den Körper weiterhin mit Nährstoffen.
Es darf morgens, mittags und abends Kitchari gegessen werden und dazwischen sollte man viel trinken. Hier am besten lauwarmes Wasser.
Dadurch das im Ayurveda möglichst alle Speisen und Getränke warm zu sich genommen werden, muss der Körper weniger Energie aufwenden die Nahrung auf Körpertemperatur zu erwärmen und das entlastet das System.

5 positive Wirkungen von Kitchari

Deine Verdauung freut sich

Kitchari ist sehr leicht zu verdauen. Dadurch werden Magen und Darm entlastet und können zur Ruhe kommen. Wer mit Verdauungsproblemen zu kämpfen hat, könnte es mit einem Kitchari-Tag versuchen

Dein körper wird entgiftet

Beim Fasten soll der Körper entgiften. Schlacken, die sich im Körper angesammelt haben, sollen ausgespült werden, wodurch den Organen mehr Energie zur Verfügung steht. Man kann sich den Fastentag als Neustart für den Körper vorstellen. Auch nach einer Krankheit wird Kitchari als ayurvedisches Heilmittel eingesetzt, um wieder zu Kräften zu kommen.

Ein Blähbauch verschwindet

Durch den Entgiftungsprozess können die Verdauungsorgane besser arbeiten. Zum einen hilft Kitchari, Schäden in der Darmwand zu heilen. Zum anderen werden die „guten“ Darmbakterien gefüttert, was wiederum das Immunsystem stärkt und beim Abnehmen hilft. Positive Sofortwirkung: Der Bauch wird bereits oft nach einem Tag flacher, da Luftansammlungen verschwinden.

Gut für die Haut

Acht essentielle Aminosäuren, die der Körper nicht alleine herstellen kann, die er jedoch dringend benötigt, sind alle in Kitchari durch die Kombination von Reis und Mungbohnen enthalten.
Aminosäuren sind die Grundbausteine von Proteinen, die wiederum die Basis für die Hormone, Enzyme, Knochen und den Zellaufbau bilden. Ein Mangel an Aminosäuren kann sich zum Beispiel durch Verdauungsprobleme, aber auch schlechte Haut bemerkbar machen. Wer jedoch täglich alle essentiellen Aminosäuren zu sich nimmt, kann die Zellerneuerung unterstützen und damit dem Alterungsprozess entgegenwirken

Trotz Detox-Kur fit und leistungsfähig

Die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Aminosäuren sorgt zudem dafür, dass du dich trotz Fastenzeit leistungsfähig und energiegeladen fühlst. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen bleiben bei dieser Kur meist aus.

Mein Fazit:

Ich habe diese Woche nur Kitchari gegessen und fühle mich wirklich wohl damit. Meine Verdauungsbeschwerden sind verschwunden und ich musste keinen „Hunger leiden“…die Essenspausen zwischen den Mahlzeiten einzuhalten sind grundsätzlich ein Problem für mich aber das habe ich sehr gut geschafft…Hunger hat man wirklich nicht…es wurde mir deutlich bewußt, wie oft ich zum Essen greife um irgendetwas zu kompensieren.
Obwohl ich ja weiß, dass das Stück Schokolade, die Mandeln oder der Apfel zwischendurch das gesuchte Gefühl in mir nicht verändern.
Ich freue mich sehr auf meine 3 Mahlzeiten, habe mir auch wieder bewußt mehr Zeit und Ruhe beim Essen eingeräumt, kaue gründlich und genieße den Geschmack. Dadurch, dass ich den Gemüseanteil jeden Tag durch ein anderes Gemüse ersetzt habe, kam auch keine Langeweile auf.

Das Rezept für Kitchari:

1 Tasse Basmatireis
1 1/2 Tassen Mung-Dahl (Mungbohnen geschält und halbiert)
8 Tassen Wasser
1 Esslöffel frischer Ingwer
2 Esslöffel Ghee oder Kokosöl
1 Teelöffel Koriander gemahlen
1 Teelöffel Kreuzkümmel gemahlen
1 Teelöffel Kümmel gemahlen oder ganz
1 Teelöffel Senfsaat gemahlen oder ganz
1 Teelöffel Kurkuma gemahlen
1/2 Teelöffel Zimt
Salz und Pfeffer
1-2 Handvoll saisonales Gemüse (Möhren, Sellerie, Kohlsorten, Spinat, Mangold etc.)
gerne auch frische Kräuter (Koriander Petersilie)

Zubereitung:

Zutaten für 1 – 2 Portionen

Mung-Dahl und Reis gründlich waschen. Ingwer in kleine Würfel schneiden. Kokosöl in einen Topf geben und den Ingwer mit den Gewürzen kurz anbraten. Die Reis Mung-Dahl Mischung dazugeben, einen kleinen Moment unter Rühren alles vermischen und dann mit dem Wasser auffüllen. Diese Mischung etwa 10 min köcheln lassen bevor das Gemüse dazu kommt und dann weitere 10 bis 15 min köcheln. Zu welchem Zeitpunkt das Gemüse dazu kommt, hängt von der Garzeit der jeweiligen Gemüsesorte ab.
Diese Menge in 3 Portionen teilen und morgens, mittags und abends essen, wobei mittags die größte Portion sein sollte.
Die Gewürzmischung gibt es auch fertig zu kaufen, evtl in leicht veränderter Mischung z.B. von Classic Ayurveda: Hüsenfrüchte (Dahl) Gewürzmischung

Wenn Du auch noch etwas abnehmen möchtest kannst du den Anteil an Mung-Dahl erhöhen oder wenn du zunehmen möchtest, vom Reis mehr nehmen.

Probier es gerne aus…ich kann es nur empfehlen. Gerade jetzt ist für den Körper eine gute Zeit zum „Detoxen“.
Ich wünsche dir ein paar leckere Kitcharitage.

Herzliche Grüßlis Stella











2 Gedanken zu “Kitchari zum „Detoxen“

  1. Danke für den link, ich hatte diese Kur schon einmal gemacht, allerdings am Morgen gedünstete Äpfel oder Birnen dazu gegessen. Was mir bei diesem Rezept auffällt, ist das gerade besondere Ayurveda Gewürz Asafoetida (Hing) und auch Kreuzkümmel kommt im Original nicht vor, dafür aber Fenchelpulver. . Für Pitta wird empfohlen, die Senfsamen weg zu lassen. Keine Information finde ich, ob in dieser Woche etwas Kaffee erlaubt ist, vermutlich aber nicht? Nachdem ich morgen wieder los lege, wird es spannend…..wie haben Sie denn danach weiter gegessen? Ich möchte es ja auch dazu nutzen, mein Ernährungsmuster zu durchbrechen (zu viel Süßes), empfohlen wird ja auch, einmal pro Woche einen Kitcharitag einzulegen, was ich bisher noch nicht gemacht habe ……liebe Grüße aus Kalifornien 🙂
    Claudia

    1. Hallo liebe Claudia,
      vielen Dank für Ihr Interesse an diesem Blog-Beitrag. Es gibt sehr viele unterschiedliche Kitchari-Rezepte. Asafoetida habe ich bewusst weggelassen,da viele sich dieses Gewürz erst besorgen müssten und es schmeckt auch sehr intensiv. Die Fenchelsamen sind natürlich eine gute Ergänzung um die Dahlbohnen, vor allem für Menschen mit hohem Vata, bekömmlicher zu machen. Bei starken Pitta könnte man die schärfe der Senfsamen durch minimieren oder weglassen reduzieren. Wenn ich Kitchari zum Detoxen nutze, esse ich bewusst in diesen Tagen kein Obst. Dieses Jahr habe ich nach 2 Wochen Kitchari 3 Tage gefastet und dann morgens mit gedünstetem Apfel, mittags und abends wieder eine Miniportion Kitchari über 4-5 Tage aufgebaut um dann langsam zum normalen Essen übergegangen.
      Ich versuche regelmäßig einen Kitchari Tag pro Woche, am liebsten der Montag wenn am Wochenende eh alles etwas durcheinander war oder ich zu viel gegessen habe.
      Ich hoffe meine Antworten haben Ihnen geholfen und schicke Ihnen ganz liebe Grüßlis aus Filderstadt Stella

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